Kooperation mit irischem Gesundheitsträger abgeschlossen

Dass die Klinik für Wirbelsäulenchirurgie des St. Franziskus-Hospitals Münster zu den besten in Deutschland gehört, wird immer wieder durch Zertifizierungen und durch Auszeichnungen wie das FOCUS-Siegel (z.B. „Top Nationales Krankenhaus 2019“) bestätigt. Dass die Klinik auch international einen hervorragenden Ruf genießt, wurde durch eine Zusammenarbeit mit dem irischen Gesundheitsträger HSE (Health Service Executive) deutlich: Weil in Irland lange Wartezeiten für Skoliose-Operationen bei Kindern bestehen, suchte der HSE in einer europaweiten Ausschreibung nach Partnern für die Durchführung dieser aufwändigen OPs – und schloss 2017 eine Kooperation mit dem St. Franziskus-Hospital.

„Wir freuen uns sehr, dass wir in dieser internationalen Ausschreibung mit unseren medizinischen und pflegerischen Kompetenzen überzeugen konnten“, sagt Prof. Dr. Ulf Liljenqvist, Chefarzt der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie am St. Franziskus-Hospital.

Erst die Sorge, dann die Freude: Ab Anfang November 2017 wurden junge irische Skoliose-Patientinnen in der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie des St. Franziskus-Hospitals erfolgreich operiert. Darüber freuten sich auch die begleitenden Mütter und das „Irland-Team“ des Hospitals unter der Leitung von Prof. Dr. Ulf Liljenqvist.

Kurz nach Unterzeichnung der Verträge flog er mit einer insgesamt vierköpfigen Delegation aus Medizin, Pflege und Projektmanagement nach Dublin, um im Partnerkrankenhaus, Our Lady’s Childrens‘ Hospital Crumlin, junge Patienten auszuwählen, die für eine Skoliose-Operationen in Deutschland in Frage kamen. „Eine grundsätzlich gute gesundheitliche Allgemeinverfassung war Voraussetzung für diese ja auch sehr anstrengende Reise“, erläutert er. Dies traf für sieben Mädchen im Alter von damals 13 und 14 Jahren zu. Damit die irischen Patientinnen zusätzlich zu den deutschen behandelt werden konnten, wurden die OP-Kapazitäten im St. Franziskus-Hospitals entsprechend erweitert. Die regulären Nachuntersuchungen – drei und zwölf Monate nach den Operationen – fanden in Irland statt, um den Patientinnen und ihren Familien die Reise nach Deutschland zu ersparen.

Einer der irischen Patientinnen aber, die inzwischen 16-jährige Moira Gill, hat es in Münster so gut gefallen, dass sie nach der Operation im St. Franziskus-Hospital beschloss, zukünftig jedes Jahr mit ihrer Familie in die Stadt zurückzukommen. „Die Operation im St. Franziskus-Hospital hat mein Leben so positiv verändert, dass ich den Ärzten und Betreuern immer dankbar sein werde“, erzählt Moira. „Ich habe keine Schmerzen mehr und kann sogar wieder mein liebstes Hobby ausführen, das ‚Irish Dancing‘.“ Das bewies sie im November 2018, ein Jahr nach ihrer OP, durch ein Tänzchen auf dem Hubschrauber-Landeplatz des Hospitals. Damals berichteten die lokalen Medien ausführlich über diesen Besuch, wie man unter dem Stichwort „Moira Gill“ in den Mediatheken der Westfälischen Nachrichten und der Münsterschen Zeitung nachlesen kann. Auch der am 30.11.2018 in der WDR-Lokalzeit gezeigte Film über die Irland-Kooperation des St. Franziskus-Hospitals ist noch bis Ende November 2019 online.

Die Operation im St. Franziskus-Hospital hat mein Leben so positiv verändert, dass ich den Ärzten und Betreuern immer dankbar sein werde

Moira Gill, Skoliose-Patientin

Den nächsten Besuch in Münster planen Moira und ihre Familie für Dezember 2019. Dann steht wieder ein Treffen mit Prof. Liljenqvist an. Auch bei den Pflegekräften, die sie rund um ihre Operation betreut haben, wird Moira wieder vorbeischauen. Besonders freut sich die Familie schon auf die Weihnachtsmärkte in Münster und die Gelegenheit zum „Christmas Shopping“.

Aber auch die anderen irischen Familien waren sehr zufrieden mit der medizinischen und pflegerischen Behandlung im St. Franziskus-Hospital und bedankten sich mit Blumen und Geschenken bei den betreuenden Teams. Nach der Operation wurden die jungen Patientinnen zehn Tage lang stationär betreut und verbrachten dann weitere zehn Tage im Schwesternwohnheim auf dem FranziskusCampus – dann konnten sie wieder nach Hause zurückkehren. „Wir werden die Behandlung im St. Franziskus-Hospital auf jeden Fall allen Familien in Irland empfehlen, die auf der Warteliste stehen und noch überlegen, ob sie nach Deutschland reisen sollen“, bestätigen die Mütter der Patientinnen, die ihre Kinder nach Münster begleitet hatten.

Die Entscheidung, ihre Kinder im Ausland operieren zu lassen, war den Eltern nicht leichtgefallen. Auch hatten sie Bedenken wegen möglicher sprachlicher Hürden, da weder die Patientinnen selbst noch ihre Familien deutsch sprechen konnten. Doch auch die Verständigung klappte super, sowohl mit den Ärzten als auch mit den betreuenden Pflegenden auf der Station. Darüber und über weitere Erfahrungen im St. Franziskus-Hospital berichten die Familien in zwei englischsprachigen Videos, die in Zusammenarbeit mit Münster4Life erstellt wurden. Sie sind auf der Internetseite der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie des St. Franziskus-Hospitals zu finden oder direkt auf Youtube:

Inzwischen ist die Kooperation abgeschlossen, da die Gesundheitspolitik in Irland neue Ziele definiert hat: Zukünftig möchte man alle Skoliose-Patienten im eigenen Land medizinisch versorgen. Sollte aber nochmals Unterstützungsbedarf bestehen, weiß man dort jetzt, dass die Klinik für Wirbelsäulenchirurgie am St. Franziskus-Hospital ein verlässlicher internationaler Partner ist.

Die irischen Patientinnen (rechts) und ihre Mütter kannten sich vor der Reise nach Münster nicht. Während des knapp dreiwöchigen Aufenthaltes entstanden neue Freundschaften.

Weitere Informationen:

Wirbelsäulenchirurgie des St. Franziskus-Hospitals
Hohenzollernring 70
48 145 Münster

Telefon: 0251 935-3691
Telefax: 0251 935-3643

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Ansprechpartner:

Professor Dr. med. Ulf Liljenqvist
Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie, Spezielle orthopädische Chirurgie, Kinderorthopädie, Sportmedizin, Manuelle Therapie, Physikalische Therapie

www.wirbelsaeulenchirurgie-muenster.de